Startseite · Ratgeber · PAC und POD
Ratgeber Eisherstellung

PAC und POD: was sie sind und wie du dein Eis ins Gleichgewicht bringst

Zwei Kennzahlen, die darüber entscheiden, ob dein Eis cremig oder steinhart wird. Wir erklären, was sie messen, welche Richtwerte gelten und wie du damit umgehst — ohne den Überblick zu verlieren.

Wenn du ein Eis balancierst, begegnest du immer wieder zwei Abkürzungen: PAC und POD. Das ist keine Magie und keine unerreichbare Labortheorie — es sind zwei Wege, das Verhalten des Zuckers in deiner Mischung zu messen.

Was ist der PAC (Gefrierpower)?

Der PAC (Pouvoir Anticongelant / Gefrierpunktserniedrigung) misst, um wie viel Zucker und Salze den Gefrierpunkt deiner Mischung absenken. Je höher der PAC, desto weicher bleibt das Eis bei gleicher Temperatur, weil mehr Wasser flüssig bleibt.

Jeder Zucker hat einen anderen PAC: Dextrose und Invertzucker erniedrigen den Gefrierpunkt deutlich stärker als Saccharose. Deshalb kann ein Rezept gleich süß schmecken, sich aber im Gefrierverhalten völlig anders verhalten.

Was ist der POD (Süßkraft)?

Der POD (Pouvoir Edulcorant / Süßkraft) misst, wie süß deine Mischung ist, wobei Saccharose als Referenz gilt (POD = 100). Fruktose süßt stärker als Haushaltszucker; Laktose süßt deutlich weniger.

Der entscheidende Punkt: PAC und POD gehen nicht immer Hand in Hand. Du kannst mehr Gefrierpower brauchen, ohne mehr Süße zu wollen — und genau dann wählst du den richtigen Zucker für den Zweck.

Der Unterschied in einem Satz

Der POD sagt dir, wie es schmeckt (wie süß). Der PAC sagt dir, wie es auf dem Löffel liegt (wie weich). Balancieren heißt, beide gleichzeitig abzustimmen.

Richtwerte nach Eistyp

Es gibt keine universell gültige Zahl: Sie hängt vom Eistyp und der Temperatur deiner Vitrine ab. Als orientierender Ausgangspunkt für Milch- oder Sahneeis in der Vitrine gilt:

ParameterÜblicher Bereich
POD (Süßkraft)~16 – 22
PAC (Gefrierpower)~24 – 28
Gesamttrockenmasse~32 – 42 %

Sorbets, laktosefreie Eissorten oder Vitrinen mit sehr tiefer Temperatur verschieben diese Bereiche. Wichtig ist nicht, sie auswendig zu kennen, sondern sofort zu sehen, ob dein Rezept außerhalb des Bereichs liegt — und wo.

Wie du in der Praxis balancierst

  1. Schau zuerst auf den POD: Ist das Eis zu süß oder zu flach? Passe den Hauptzucker an.
  2. Schau auf den PAC: Wenn das Eis zu hart werden wird, erhöhe Dextrose oder Invertzucker (sie steigern den PAC, ohne die Süße stark zu erhöhen); wenn es zu weich wird, reduziere diese Zucker.
  3. Prüfe, ob die Gesamttrockenmasse im Bereich liegt: wenig freies Wasser = mehr Cremigkeit.
  4. Überprüfe die Gefrierkurve, um zu sehen, wie das Eis bei Vitrinentemperatur wirklich ausfällt.

Das alles per Hand, Zucker für Zucker, ist zeitaufwändig und fehleranfällig. Deshalb berechnet FormulaMaps PAC, POD, Trockenmasse und Gefrierkurve in Echtzeit, während du die Gramm eingibst, und warnt sofort, wenn ein Wert aus dem Bereich läuft.

Probiere es mit deinem eigenen Rezept

Gib eine Formel ein und sieh live, wie sich PAC und POD verändern. Kostenlos, mit 3 Formeln und allen Werkzeugen.

FormulaMaps kostenlos testen →